Slawische Folklore war schon immer eine reiche Quelle der Symbolik, und Mosaikkünstler griffen diese Geschichten auf, um öffentlichen Räumen Tiefe und kulturelle Bedeutung zu verleihen. Anstatt wörtlicher Darstellungen mythischer Figuren interpretieren viele Mosaike die Folklore durch Symbole – Sonnenformen, Tiere, Muster und Naturdarstellungen, die Echos alter Legenden in sich tragen. Das Verständnis dieser Referenzen bietet eine tiefere Verbindung zur kulturellen Umgebung, die die Kunstwerke geprägt hat.

Naturdarstellungen sind einer der häufigsten Anknüpfungspunkte. Vögel erscheinen oft als Symbole für Freiheit oder Erneuerung, während Waldmotive Themen wie Widerstandsfähigkeit und Kontinuität ansprechen. Weizenähren, Blumen und Flüsse tauchen ebenfalls häufig auf und verweisen auf Lebens- und Gemeinschaftszyklen. Diese Elemente verbinden subtil urbane öffentliche Kunst mit ländlichen Traditionen, wo die Folklore ihren Ursprung hatte.

Viele Mosaike verwenden geometrische Symbole, die Motiven aus traditionellen Textilien ähneln. Rauten, Kreuze und ineinandergreifende Formen repräsentieren oft Schutz, Einheit oder den Lauf der Zeit. Künstler adaptierten diese Symbole in moderne Kompositionen, während sie ihre folkloristischen Wurzeln weiterhin ehrten.

Obwohl historische Mosaike selten Legenden direkt darstellen, verweben sie folkloristische Themen in Szenen, die Lernen, Handwerkskunst oder das Gemeinschaftsleben feiern. Ein Mosaik kann stilisierte Feuervögel, abstrakte Sonnenstrahlen oder Wassermuster zeigen, die auf bekannte Geschichten anspielen, ohne sie wörtlich darzustellen. Diese Details belohnen neugierige Betrachter, die lernen, genau hinzusehen.

Auch die Farbe verstärkt folkloristische Themen. Helle Rottöne signalisieren Energie und Leben; tiefe Blautöne suggerieren Tiefe oder Reflexion. Künstler wählten Paletten, die traditionelle Handwerkskunst widerspiegelten und so dazu beitrugen, alte Geschichten mit modernem künstlerischem Ausdruck zu verbinden.

Folklore in Mosaiken zu sehen, ermöglicht es Betrachtern, zu erkennen, wie kulturelles Gedächtnis über Generationen hinweg fließt. Diese Kunstwerke bewahren Geschichtenfragmente nicht durch Worte, sondern durch visuelle Symbolik – stille Erinnerungen an ein gemeinsames Erbe.